Selbstbehauptung und Selbstverteidigung – stark handeln, Grenzen setzen und Gewalt vorbeugen

Selbstverteidigung beginnt nicht erst mit körperlicher Gegenwehr. Sie beginnt damit, eigene Grenzen wahrzunehmen, Gefahrensituationen zu erkennen und angemessen zu reagieren und zu handeln. Wir nutzen hierfür geprüfte Präventionsangebote des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes e. V. (DJJV). Unser Ansatz verbindet Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung zu einem ganzheitlichen Ansatz.

"Nicht-mit-mir!"

Das Konzept „Nicht-mit-mir!“ des DJJV vermittelt insbesondere Kindern und Jugendlichen wichtige Kompetenzen, um Gefahren zu erkennen und sich selbst sowie andere zu schützen.

Gewaltprävention bedeutet, mögliche Gefahren frühzeitig wahrzunehmen, Risiken einzuschätzen und gefährliche Situationen möglichst zu vermeiden. Dazu gehört auch, die eigenen Rechte und persönlichen Grenzen zu kennen und angemessen zu vertreten.

Selbstbehauptung stärkt die Fähigkeit, eigene Grenzen klar auszudrücken und selbstbewusst aufzutreten. Ein deutliches „Stopp!“, das Schaffen von Abstand oder das gezielte Einholen von Hilfe können wichtige Schritte sein. Selbstbehauptung bedeutet, sich Unterstützung zu holen, anstatt schwierige Situationen allein bewältigen zu müssen.

Selbstverteidigung kommt zum Einsatz, wenn eine Bedrohung nicht anders abgewendet werden kann. Durch geeignete Techniken und praktische Übungen lernen unsere Sportlerinnen und Sportler, sich im Ernstfall zu schützen, Handlungsspielräume zu schaffen und sich möglichst sicher aus einer Gefahrensituation zu lösen.

Was sagt die Wissenschaft?

Sozialpsychologische Forschung unterstreicht die Bedeutung von Selbstwirksamkeit – also des Vertrauens in die eigene Fähigkeit, schwierige Situationen bewältigen zu können. Praktische Übungen und Rollenspiele können helfen, Handlungsmöglichkeiten zu trainieren und für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Studien zur Gewaltprävention zeigen außerdem, wie wichtig das soziale Umfeld ist. Menschen, die sich zutrauen, anderen wirksam zu helfen, zeigen eher unterstützendes Verhalten. Deshalb gehören Zivilcourage, das Einbeziehen von Vertrauenspersonen und das sichere Organisieren von Hilfe ebenfalls zu einer umfassenden Prävention.

Forschungsbefunde zur Vermeidung von Viktimisierung zeigen zugleich, dass effektiver Widerstand unter bestimmten Umständen helfen kann, einen Übergriff abzuwehren. Dabei heißt abwehren, sich Möglichkeiten zu verschaffen, um aus einer bedrohlichen Situationen zu fliehen und sich Hilfe zu holen.

Ein gutes Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstraining vermittelt mehr als körperliche Techniken. Es fördert Aufmerksamkeit, Selbstvertrauen, klare Kommunikation und die Fähigkeit, in schwierigen Situationen passende Entscheidungen zu treffen.

Denn stark zu sein bedeutet nicht, jede Situation allein bewältigen zu müssen. Stark zu sein bedeutet, die eigenen Grenzen ernst zu nehmen, Hilfe anzunehmen und möglichst sicher zu handeln.

Quellen und weiterführende Informationen